Mehr als nur ein Vortrag über Alaska

„Ich bin einmal 14 Stunden auf einem Baum gesessen, zweimal bin ich in einen Fluss gesprungen und einmal hatte ich 20 m bis zu einer Hütte, der Bär 80, also habe ich den Sprint riskiert, was man eigentlich nicht machen sollte.“ Erschossen hat Axel Burgheim noch keinen Bären. Wohl aber schon Lachse für einen geangelt. Eineinhalb Stunden schaffte er es, die Schüler der 8. Klassen mit seinem Vortrag zu fesseln. Dabei war seine Ausrüstung nicht gerade das, was man als multimedial bezeichnen würde. Ein Diaprojektor, eine große Karte von Amerika und eine echte Bärenkralle hatte er dabei. Allein die beeindruckte die Zuhörer schon und gab eine Ahnung, wie groß so ein ausgewachsener Bär sein kann. Mehr brauchte Axel Burgheim nicht. Geschickt wechselte er zwischen deutschen und englischen Erzählpassagen hin und her, sodass die Schüler seinem Vortrag nicht nur gut folgen konnten, sondern regelrecht mit auf eine Reise nach Alaska gingen.

Axel Burgheim ist nach Alaska ausgewandert und lebt nun schon fast 20 Jahre dort zusammen mit seiner Frau Vamori einer Inuit vom Stamm der Olichac. Seither genießt er das Leben in der Wildnis Alaskas, das ihn schon ein bisschen an Bayern erinnert. „Aber nicht an das Bayern heute, sondern an eins so wie es vor 500 Jahren war – mit sauberen Flüssen und eigenen Bären“. Die Natur und die Tiere liegen ihm sehr am Herzen, das wurde in den eineinhalb Stunden deutlich. „Ich finde es beschämend, wie Bären in Hollywoodfilmen dargestellt werden.“ Er beschrieb seine Erfahrungen mit den Tieren und zeigte eindrucksvolle Bilder, die dem Zuhörer den Gedanken nahe brachten, dass diese Wesen wirklich eine Seele haben. Auch die Ureinwohner Alaskas waren selbstverständlich ein Thema dieses Vortrags, da Axel Burgheim selbst mit einer Inuit verheiratet ist. Herr Burgheim schilderte den Jugendlichen aber auch die Schattenseiten Alaskas. So berichtet er davon, dass die Ureinwohner, denen das Land wohl gehören sollte, wie Menschen zweiter Klasse behandelt würden. Auch die Problematik, dass der lange harte Winter in Alaska die Selbstmordrate und Fälle von häuslicher Gewalt steigen ließe, verschwieg er nicht. Geschickt wechselte er dann zu den Jugendlichen selbst. „Der Mensch braucht die Natur und die Sonne. Geht mehr raus.“ Zum Abschluss seines Vortrags zeigte er den Schülern noch ein paar Disziplinen der Eingeborenen-Olympiade, die alljährlich in Alaska stattfindet. „Mit dieser Olympiade wollen die Ureinwohner zeigen, dass es sie noch gibt.“

Wir fanden den Vortrag sehr gelungen und inspirierend. Axel Burgheim brachte viele Jugendlichen zum Nachdenken, über unsere eigene Kultur, deren teilweisen Verfall und weckte unser Bewusstsein für Natur und Umwelt neu. Vielen Dank!

 

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